Auswahl der Faserzement-Plattendicke (6 bis 20 mm) nach Gebäudezone, Achsabstand & Nutzlast
Die Nenndicke einer Faserzementplatte steuert gleichzeitig Biegesteifigkeit, Ausreißwiderstand der Befestiger und Frachtgewicht: Planen Sie 6–8 mm für Dachuntersichten, Nassraum-Fliesenträger, Innenwände und Fertigbaumodule, 10–12 mm für hinterlüftete Außenfassaden und gefräste Linearplatten, 14–18 mm für stoßfeste Sockelzonen und Galerieböden sowie 20 mm für massive Fensterfaschen, Gesimsprofile und Schwerlastplatten.
Bei autoklavierten Faserzementtafeln (Rohdichte ca. 1350 ± 50 kg/m³) beeinflusst die geometrische Plattendicke drei technische Zielgrößen zugleich. Da das Flächenträgheitsmoment einer Platte in der dritten Potenz der Dicke wächst, steigert bereits der Wechsel von 8 mm auf 10 mm die Biegesteifigkeit unter Windsog um fast 95 %, während der Sprung von 8 mm auf 12 mm die Steifigkeit mehr als verdreifacht.
Gleichzeitig erhöht jeder zusätzliche Millimeter die Flächenlast an Wandkonsolen, Hebezeugen und Sattelzügen um rund 1,35 bis 1,40 kg/m² und reduziert proportional die Stückzahl je Exportpalette. Eine wirtschaftliche Bemessung wählt daher exakt jene Mindestdicke, die den geplanten Unterkonstruktions-Achsabstand, die Stoßbeanspruchung und eventuelle Frästiefen sicher abdeckt, ohne unnötiges Frachtgewicht zu erzeugen.
Prüfen Sie vor der Freigabe stets Nutzungskategorie (EN 12467 Kat. A außen vs. Kat. C innen) und Plattendicke gemeinsam.
Erhöhen Sie in Windsog-Randbereichen entweder die Plattendicke oder reduzieren Sie den Profilachsabstand (z. B. von 625 auf 400 mm).
Achten Sie bei Senkkopfschrauben auf ausreichende Restwandstärke hinter dem Bohrlochkonus gegen Durchziehen.
02Schlanke 6-mm- und 8-mm-Platten: Fliesenträger, Innenausbau, Untersichten und Stülpschalung
Am leichten Ende des Sortiments dienen glatte 6-mm-Platten (ca. 8,1–8,4 kg/m², 100 Stk. = 312,5 m² je 1250 × 2500-mm-Palette) primär als leichte Bekleidung für geschützte Dachuntersichten, Vordächer, abgehängte Innendecken, mehrlagige Trockenbau-Unterlagen sowie als Deckschicht werkseitig verklebter Verbundelemente mit vollflächiger Kernstützung.
Die 8-mm-Stärke (ca. 10,8–11,2 kg/m², 75 Stk. = 234,38 m² je 1250 × 2500-mm-Palette) bildet den bewährten Standard im Leichtstahl-Fertigbau, bei Raummodulen, als feuchteresistenter Fliesenträger in Sanitärräumen (bei Ständerabständen ≤ 400–417 mm) sowie bei fugenlosen, geschosshohen 1250 × 2800-mm-Innenwänden. Auch horizontale Stülpschalungsstreifen (Lap Siding) nutzen 8 mm (neben 10 mm), da die Höhenüberdeckung die Längskante zusätzlich aussteift.
Reduzieren Sie den Ständerachsabstand auf ≤ 400 mm, sobald 8-mm-Innenplatten schwere Feinsteinzeugfliesen tragen.
Setzen Sie 6-mm-Platten niemals für frei bewitterte, mehrgeschossige VHF-Außenfassaden mit offenen Fugen ein.
Wählen Sie Kategorie A (SF-SMOOTH-EXT) für Außenuntersichten und Kategorie C (SF-SMOOTH-INT) für Innenräume.
03Architekturstandard 10 mm und 12 mm: Hinterlüftete Fassaden und Linearplatten
Im Geschosswohnungs-, Büro- und Objektbau bildet 10 mm (ca. 13,5–14,0 kg/m², 60 Stk. = 187,5 m² je 1250 × 2500-mm-Palette) den Leitstandard für vorgehängte hinterlüftete Fassaden auf 600–625 mm Tragprofilraster, Balkonbrüstungen sowie stark beanspruchte Klinik- und Schulflure. Auch die gesamte durchgefärbte SerFibro ColorBoard-Familie ist auf 10 mm ausgelegt, um sichere Nietverbindungen mit einem handhabbaren Einzelplattengewicht von rund 42–44 kg zu verbinden.
Die 12-mm-Klasse (ca. 16,2–16,8 kg/m², 50 Stk. = 156,25 m² bei 2500 mm; 45 Stk. = 168,75 m² bei 3000 mm Länge) kommt bei erhöhten Windlasten an Hochhäusern, öffentlichen Verkehrsbauten und tief profilierten Relieftafeln zum Einsatz. Insbesondere gefräste Rillenplatten wie SerFibro Linear (SF-LINEAR Typ 01–05 und Typ A–E) nutzen 12 mm Nenndicke, damit im Nutgrund eine tragfähige Restwandstärke erhalten bleibt.
Die Tafelbreite 1250 mm harmoniert verschnittarm mit einem vertikalen Tragprofil-Rastermaß von 625 mm.
Nutzen Sie 1250 × 3000 mm in 10 oder 12 mm für geschosshohe Fassadenbänder mit reduzierter Horizontalfugenanzahl.
Fräsen Sie bauseits niemals tiefe Nuten in dünne 8-mm-Platten; schreiben Sie werkseitige 12-mm-SF-LINEAR-Elemente aus.
04Schwerlastplatten in 14 mm, 16 mm und 18 mm für Sockelzonen und Trockenböden
Am Übergang von den oberen Fassadengeschossen zum öffentlichen Straßenraum, an Laderampen oder auf Schulhöfen rückt der Widerstand gegen harten Stoß (Ballwurf, Einkaufswagen, Fahrräder) in den Vordergrund. Glatte 14-mm-Tafeln (ca. 18,9–19,6 kg/m², 45 Stk. = 140,63 m² je 1250 × 2500-mm-Palette) eignen sich ideal für robuste Sockelbekleidungen, Gesimsblenden sowie hochschalldämmende Schacht- und Technikraumwände.
Ab 16 mm (40 Stk./Palette = 125,0 m²) und 18 mm (35 Stk./Palette = 109,38 m²) übernimmt Faserzement tragende Ausbauaufgaben: etwa als trockener Unterboden auf Stahlprofil-Zwischengeschossen (Mezzaninen), Tragschicht für Doppelböden, Dachschalung oder aussteifende Sonnenschutzlamelle. Da bei begehbaren Decken Punkt- und Rollenlasten maßgebend sind, muss der Trägerabstand (meist 300–600 mm) stets objektbezogen durch den Tragwerksplaner nachgewiesen werden.
Planen Sie für 16–18-mm-Vollplatten (ca. 68 bis 95 kg Einzelgewicht) Zwei-Mann-Handling oder Vakuumheber ein.
Lagern Sie Trockenbodenplatten an allen vier Plattenrändern vollflächig auf Stahlträgern oder Querriegeln auf.
Halten Sie zwischen Bodenplatten 3–5 mm Bewegungsfugen gemäß Verlegeplan der Tragwerksplanung ein.
05Massive 20-mm-Architekturprofile und 60–100 mm gedämmte Fertigwandpaneele
In der maximalen Massivstärke von 20 mm (ca. 27,0–28,0 kg/m², 30 Stk. = 93,75 m² bei 2500 mm; 25 Stk. bei 3000 mm Länge) erreicht autoklavierter Faserzement plattenähnliche Steifigkeit für Schwerlastböden und plastische Fassadengliederungen. Unsere Fensterfaschen und Laibungsprofile (SF-JAMB, 80–200 mm Breite, glatt/45°-Fase sowie Stufenprofile PS-01 bis PS-04) und Gesimsbänder (SF-CORNICE KS-01/KS-02) bestehen aus massivem 20-mm-A1-Faserzement statt aus stoßempfindlichem Hartschaum-Stuck.
Sucht ein Modul- oder Hallenbauprojekt hingegen kein Einzelblatt, sondern ein komplettes, wärmegedämmtes Wandelement für die Schnellmontage, kombiniert SerFibro Panel (SF-PANEL) beidseitig 8 + 8 mm starke A1-Faserzementdeckschichten mit einem EPS-Dämmkern in 60 mm (U ≈ 0,69 W/m²K), 80 mm (U ≈ 0,50 W/m²K) und 100 mm (U ≈ 0,39 W/m²K) Gesamtdicke in 1250 × 2500 mm und 1250 × 3000 mm.
20-mm-SF-JAMB- und SF-CORNICE-Profile schaffen markante Schattenfugen an Fenstern bei voller A1-Nichtbrennbarkeit.
Beachten Sie bei SF-PANEL-Verbundpaneelen die System-Brandeinstufung getrennt von den 8-mm-A1-Deckplatten.
Wählen Sie 2500 oder 3000 mm Profillänge passend zur Fensterhöhe, um horizontale Stoßfugen in der Laibung zu vermeiden.
06Flächengewicht, Palettenstückzahlen und Frachtkosten-Optimierung
Da Standard-Exportpaletten (1250 × 2500 mm) für einen sicheren Hafenumschlag auf rund 2,5 bis 2,6 Tonnen Bruttogewicht ausgelegt sind, sinkt die Plattenanzahl je Palette proportional zur Dicke: von 100 Tafeln (312,5 m²) bei 6 mm über 75 Tafeln (234,38 m²) bei 8 mm, 60 Tafeln (187,5 m²) bei 10 mm und 50 Tafeln (156,25 m²) bei 12 mm bis auf 30 Tafeln (93,75 m²) bei 20 mm. Ein 24-Tonnen-Sattelzug oder 20'-Container transportiert bei 16 mm folglich nur halb so viele Quadratmeter wie bei 8 mm.
Prüfen Sie vor Versandfreigabe zudem die reale Hublast Ihres Baustellenstaplers: Ist das Entladegerät vor Ort auf 1.500 kg oder 1.800 kg begrenzt, passen wir die Palettenpackhöhe auftragsbezogen an. SerFibro liefert palettierte Faserzementplatten mit transparenter Tonnageliste; bei Bedarf übernimmt CFY Engineering & Architecture ergänzend die Vorbemessung von Achsabständen und Unterkonstruktionen als separate Ingenieurposition.
Runden Sie Bestellmengen je Dickenposition auf volle Werkspaletten für optimalen Kantenschutz im Export.
Kombinieren Sie 6–8-mm-Innenausbaupaletten und 12–20-mm-Fassadenplatten gezielt bis zur Lkw-/Container-Nutzlastgrenze.
Senden Sie mehrzeilige Dickenlisten per WhatsApp (+90 505 507 04 18) oder an [email protected] (Büro Maltepe/Istanbul).
SerFibro Auswahlmatrix nach Plattendicke (6 mm bis 20 mm + Verbundpaneele)
Hochfeste autoklavierte EN 12467 Kategorie C (Klasse 3, MOR ≥ 10,0 N/mm²) A1 Innenbauplatte in 22 Format-Dicken-Varianten inklusive geschosshohem 1250 × 2800 mm Trennwandformat.
Witterungsbeständige autoklavierte EN 12467 Kategorie A Fassadenplatte mit geringer Wärmedehnung (αt = 0,005 mm/mK), Frost-Tau-Sicherheit und A1-Brandschutz in 16 Varianten.
20 mm starke gestufte Geschoss- und Gesimsprofile der Klasse A1 (KS-01: 200 mm, KS-02: 205 mm) in 2500 und 3000 mm Länge.
Häufig gestellte technische & kaufmännische Fragen
Reicht die Wahl von 10 mm Plattendicke allein als Nachweis für die Außenfassadentauglichkeit aus?
Nein. Die Plattendicke bestimmt die Biegesteifigkeit, die Witterungsbeständigkeit hingegen die EN-12467-Kategorie. Für bewitterte Außenfassaden ist zwingend Kategorie A (z. B. SF-SMOOTH-EXT oder ColorBoard) vorzusehen, während Kategorie C (SF-SMOOTH-INT) für Innenräume ausgelegt ist.
Warum werden gefräste SerFibro Linear Rillenplatten in 12 mm statt in 8 oder 10 mm geliefert?
Durch die linearen Fräsnuten reduziert sich der Querschnitt im Nutgrund. Eine Ausgangsdicke von 12 mm (Kategorie A) stellt sicher, dass unterhalb der Rillen genügend tragende Restwandstärke für Windsog- und Befestigungslasten verbleibt.
Wie verändern sich die Stückzahlen je Palette beim Wechsel von 1250 × 2500 mm auf 1250 × 3000 mm?
Da eine 3000-mm-Tafel 20 % mehr Fläche und Gewicht aufweist (3,75 m² statt 3,125 m²), reduziert sich die Stückzahl zur Einhaltung des Palettengewichts von ca. 2,5 t entsprechend: etwa auf 80 Stk. (6 mm), 60 Stk. (8 mm), 50 Stk. (10 mm), 45 Stk. (12 mm) bzw. 25 Stk. (20 mm).
Eignen sich 16-mm- oder 18-mm-Faserzementplatten als trockener Mezzanineboden ohne Nassestrich?
Ja. 16-, 18- und 20-mm-Tafeln ermöglichen sofort begehbare Trockenunterböden auf Stahlträgerrosten ohne Estrich-Trocknungszeiten. Trägerabstand, Schraubbild und Durchbiegungsnachweis unter Verkehrslast sind stets vom verantwortlichen Tragwerksplaner freizugeben.
Welche Vorteile bieten 20-mm-Profile (SF-JAMB / SF-CORNICE) gegenüber EPS-Hartschaumprofilen?
Massive 20-mm-Faserzementprofile sind nichtbrennbar nach EN 13501-1 Klasse A1 (kein Brandüberschlag an Fensterstürzen), widerstehen Hagel, Spechtschäden sowie Leiterstößen und arbeiten hygrisch identisch zur angrenzenden Faserzementfassade.
Teilen Sie uns Plattendicke, Außenmaß, gewünschte Oberfläche und Zielort mit. Unser Vertriebsbüro erstellt ein produktbezogenes Angebot inklusive Musterplanung.